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Wenn von dem alten Dome die Geisterglocke schallt, der Organist
im Grabe, die Faust zusammenballt.
Er reißt den schweren Deckel von dem bestaubten Sarg, der viele
lange Jahre den greisen Leichmann barg.
Er eilt im Geisterfluge, es flattert sein Gewand, das Tor zur
Gotenkirche sprengt seine Knochenhand.
Er steigt empor zur Orgel, die er sich eínst gebaut; der
Sturmwind treibt die Bälge und Donner werden laut.
Von acht gewalt'gen Glocken er nun die Stränge zieht und läutet
längst Verstorbenen ein Auferstehungslied.
Aus trübem Schattenreiche kommt düster angeschwebt die Schar
gefallner Geister, die einst mit ihm gelebt.
Zur grauenvollen Stunde wird jeder Geist ein Ton und klagt mit
bangem Zagen ob seinem Sündenlohn.
Der Orgler in die Tasten greift nun mit Geisterkraft, laut tönt
der Chor der Seelen nach langer Grabeshaft.
Und von den fernsten Sternen hallt wider ihr Gesang. Wie dünkt
den armen Sündern die Ewigkeit so lang!
Es zieht ein manch Register, er rast auf dem Pedal, er braust der
Baß der Männer Verzweiflung, Höllenqual.
Der kleinen Kinder Jammern tönt wider im Diskant; der Weiber
banges Klagen erbebt im Tremulant.
So tobt der Sang der Geister bis Früh zum Hahnenschrei; die Messe
ist vorüber, der Sturmwind zieht vorbei.
Die Taster werden Bahren,
drin birgt sich jeder Ton;
der bleiche Orgelmeister
schleicht sich zuletzt davon.
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